Geschichte
 

 


 


 
 

Die Bewohner des Ortes bauten auf dem oberen Teil des ehemaligen Schulhofs eine Fachwerkkapelle für das allabendliche Rosenkranzgebet, welches sie bis dahin an einem Missionskreuz verrichtet hatten.
Eine Inschrift auf dem Türbalken lautete: "Anno 1825, den 01. September, ist dieses Bethaus errichtet."
In einem kleinen Turm befand sich eine Glocke, welche zum Beginn des Unterrichtes in der Schule und des Gottesdienstes geläutet wurde. Es stammte aus der Kapelle zu Wetschewell.

Da die Bewohner nun nicht mehr den Nachmittagsgottesdienst der Wickrather Pfarrkirche besuchten, sah sich das erzbischöfliche Generalvikariat in Köln dazu gezwungen, im Jahre 1929 folgende Verordnung zu erlassen:

Wir beauftragen den Wohllöblichen Kirchenvorstand von Wickrath, Maßregeln zu treffen, dass das Bethaus in Wickrathhahn an Sonn- und Feiertagen geschlossen Bleibe. Sollten die Einwohner von Wickrathhahn sich beifallen lassen, diese Maßregeln zu vereiteln und am gedachten Tage sich ferner zum Rosenkranzgebet zu versammeln, so hat der Kirchenvorstand uns davon anzeige zu machen, wo wir dann nicht ermangeln werden, das Bethaus, welches ohne Vorwissen der geistlichen und weltlichen Behörde errichtet worden ist, auch für die Werktage und für alle künftigen Zeiten schließen zu lassen, oder bei der Kgl. Regierung auf den Abbruch desselben anzutragen.

Köln, den 06. Januar 1829
Das Erzbischöfliche Generalvikariat
gez. Hüsgen

Hierauf erließ der Kirchenvorstand folgendes Verbot:

Auf obige Verordnung untersagen wir das Rosenkranzgebet an Sonn- und Feiertagen und wollen das gegenwärtiger Auszug den Bewohnern von Wickrathhahn öffentlich bekanntgegeben werde und dieselben Folge leisten.
Wickrath, den 17. Januar 1829
Der Kirchenvorstand

Inwieweit die Wickrathhahner diesen Verboten Folge leisteten, ist nicht mehr bekannt.

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Die alte Kapelle wurde wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Glocke wurde dem St. Josef-Kloster in Wickrath überlassen.

Noch im selben Jahr wurde von dem Ackerer Franz Heinrich Wirtz das heutige Kirchengrundstück, damals 2,37 AR groß, für 3 Mark erworben und am 25. Juli durch Oberpfarrer Bäumer, Wickrath, der Grundstein zu einer neuen Kapelle gelegt. Der von freiwilligen Beiträgen finanzierte Bau wurde noch im gleichen Jahr fertig. Die Kosten beliefen sich auf 1961,33 Mark. Die Ausstattungsgegenstände wurden von den Einwohnern geschenkt. Der Altar aus dem 18. Jahrhundert war ein Geschenk der Pfarre Erkelenz.

Über dem Eingang war in lateinischer Sprache folgende Inschrift angebracht: "Im Jahre 1887 ist dieses Bethaus durch die vereinten Kräfte der Bürger des Ortes erbaut worden".

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Das Generalvikariat erteilte die Erlaubnis, ab Ostern 1909 einmal Wöchentlich die heilige Messe zu feiern.

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Die Kapelle wurde durch den Anbau eines neuen Chores erweitert.

Die Kapelle 1913

1920 wurde die Kapelle durch Anbau eines Seitenschiffes ein weiteres mal erweitert.

Die Kapelle 1920

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Nachdem der Kapellenverein ein Pfarrhaus hatte bauen lassen, wurde Wickrathhahn ein selbstständiges Rektorat mit einem eigenen Seelsorger.
Am 7. Juni 1921 wurde Hubert von Bronsfeld als erster Rektor für den Seelsorgebezirk Herz-Jesu, Pfarre St. Antonius Wickrath, berufen.

Dieser wurde am 13. Januar 1929 zum Pfarrer in Villip ernannt. Sein Nachfolger wurde am 17. März 1929 Heinrich Ruffini.

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Mit Dienstantritt in Wickrathhahn stellte Pfarrrektor Ruffini sein ganzes Arbeiten darauf ein, in absehbarer Zeit die zu klein gewordene unscheinbare Kapelle durch ein neues, würdiges Gotteshaus zu ersetzen. In unermüdlicher Arbeit brachte er es dann soweit, dass am 28. und 29. September 1931 die Kapelle abgebrochen und an gleicher Stelle eine neue und moderne Kirche errichtet wurde.

Der Plan der neuen Kirche wurde vom Architekten Atta Weichert aus Mönchengladbach entworfen. Die Bauausführung lag in den Händen der Firma Anton Wingerath aus Wickrathhahn, die Abbrucharbeiten wurden von der männlichen Bevölkerung Wickrathhahns ausgeführt. Die Baukosten der neuen Kirche konnten durch Hand- und Spanndienste der Wickrathhahner herabgemindert werden. Am 20. Dezember 1931 konnte die Kirche durch Weihbischof Dr. Sträter eingeweiht werden.

Die Einrichtungsgegenstände und die Fenster wurden wieder von der Bevölkerung gestiftet. Die Initialien der Stifter sind in den Fenstern heute noch zu sehen. Das herrlichste Stück der ausstattung war das alte Altarkreuz. 1887 wurde dieses Kreuz für die neue Kapelle besorgt. Es ist eine Kopie des Triumphkreuzes der Wanloer Pfarrkirche.

In seiner Kirche hat sich der Ort das größte Denkmal seines Gemeinschaftswillen gesetzt. alt und jung, arm und reich haben dazu beigetragen, das Werk zu vollenden. Die Stürme des zweiten Weltkrieges hat die Kirche ohne größere Schäden überstanden.

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Seit 1922 seelsorglich selbstständig, wird die Pfarrvikarie 1963 auch finanziell selbstständig. Seither verwalten 6 gewählte Kirchenvorsteher gemeinsam mit dem vom Bischof ernannten Seelsorger das Vermögen der Gemeinde. Es dauert bis 1993, bis mit Marlene Wingerath erstmals eine Frau Kirchenvorsteherin wird.

Der Kirchenvorstand sorgt neben der Erledigung der Tagesgeschäfte für wichtige Baumaßnahmen:
Innengestaltung der Kirche nach den Richtlinien des 2. Vatikanischen Konzils, Neubau des Pfarrhauses, Neubau des Pfarrheimes, Erhalt der Pfarreigenen Friedhofes. Besondere Anerkennung unter den vielen guten Kirchenvorstehern gebührt Josef Bertrams, der bis 1993 über 25 Jahre lang als Rendant und Friedhofsverwalter seinen Dienst tut.